Einblick in einen ShowgartenEinblick in einen Showgarten

 

 

 

Terrassengestaltung

– Terrasse ist nicht gleich Garten, dies gilt es vor allem bei der Gestaltung mit Pflanzen zu beachten

 

 

 


Lebensraum Terrasse

Für die Gestaltung von Terrassen gelten ganz andere Voraussetzungen als für die Gartengestaltung. Zu beachten sind zum Beispiel die ausgeprägteren Klimaverhähltnisse. So ist die Temperatur auf Terrassen oft wesentlicher höher als im Garten. Die Bodentemperatur ist in den Gefässen auf der Terrasse um 4 Grad höher als im Gartenboden. Die Pflanzen sind häufig auch starken Winden und Böen ausgesetzt. Diesen Tatsachen ist bei der Wahl von Pflanzen und Gefässen Rechnung zu tragen. Der Gärtner bezeichnet die Terrasse oft als extremen Lebensraum für Pflanzen. Sie werden in Kübel eingepflanzt, worin sie möglichst lange leben sollen. Und dürfen dabei nicht unendlich gross werden, da der Platz und oft auch die Höhe auf der Terrasse begrenzt sind. Damit die Pflanzen diesen Erfordernissen genügen, müssen nachfolgende Überlegungen angestellt werden.

Die Pflanzen

Nicht alle Pflanzen, welche im Garten gut gedeihen, sind auch für die Terrasse geeignet. Viele der üppig wachsenden Sträucher, die wir einfach in den Garten setzen, sind in Gefässen auf der Terrasse fehl am Platz. Dies oft, weil sie zu schnell wachsen, wie z. B. ein Haselnussstrauch oder der Goldregen. Sie werden im Topf zwar am Anfang wachsen, aber nach kurzer Zeit ermüden sie und werden immer magerer. Die ideale Pflanze für Gefässe wächst langsam und wird entweder nicht höher als zwei Meter, oder sie lässt sich gut zurückschneiden. Ein gutes und bekanntes Beispiel sind die kleinwüchsigen Kiefern oder Föhren. Nicht selten sieht man bei älteren Gebäuden Tröge, in welchen Föhren von 3 Metern Höhe stehen (und dies seit Jahrzehnten). Sie sind oft völlig ausgewurzelt und leben anscheinend von fast gar nichts mehr. Dies zeigt uns, welche Pflanzen diese Bedingungen in Gefässen gut ertragen. Sie haben in der Natur oft ähnliche Standorte, wie zum Beispiel bei uns in den Bergen: Auf Felsplatten in den Ritzen sammelt sich etwas Humus, und dort wachsen dann die Pflanzen, welche die extremen Konditionen ertragen. Aber nicht nur hochalpine Gewächse sind auf der Terrasse möglich, auch einige der schönsten Laubsträucher sind gut geeignet. Oft wird der Ahornbaum mit seinen verschiedenen Arten und Sorten eingesetzt. Wichtig ist zu beachten, dass der Ahorn nicht vor einer heissen Wand platziert wird oder an einem Standort, wo die Wärme sich staut. Ahorne halten sich aussergewöhnlich lange in Gefässen und werden bei richtiger Haltung sehr alt.

Die Gefässe

Früher war die Auswahl eine einfache Sache, entweder Eternit- oder Betongefässe, viel mehr war kaum erhältlich. Heute haben wir ein riesiges Sortiment zur Auswahl. Die wichtigsten Kriterien sind natürlich Qualitätsmerkmale wie Winterhärte und eine möglichst lange Lebensdauer. Heute sind fast unbegrenzt viele Produkte auf dem Markt, die sich durch unterschiedlichste Kriterien unterscheiden. Das klassische Produkt ist der Terra-Cotta-Topf aus Italien. Verschiedene Hersteller garantieren Winterhärte. Diese Töpfe werden heute noch immer in grosser Zahl für mediterrane Gestaltungen oder romantische Gartenterrassen verwendet. Sie zeichnen sich durch eine riesige Modellpalette aus: Von klein bis gross mit den dazupassenden Accessoires gibt es alles zu kaufen.

Exklusive Wasserspiele.Exklusive Wasserspiele.Der neue Trend geht jedoch in Richtung klare Formen und Materialien aus verschiedenen Metallen. Diese Gefässe sind meistens in rechteckigen Formen verfügbar sowie in vielen Farben. Die Gefäss-Serie aus Titan- Zink ist ein weiteres Novum auf dem Markt. Diese sind besonders leicht gebaut. Dadurch ist es möglich, auch grosse Gefässe mit Bäumen auf Terrassen zu platzieren. Ihr grösstes Plus ist die Massanfertigung, so ist man nicht mehr an eine Modellpalette gebunden, sondern kann die Gefässe auf die Platzverhältnisse oder für die Pflanzen herstellen lassen. Produkte, die jedes Jahr in neuem Look daherkommen, sind die verschiedenen Faserverbundstoffe, welche zum Teil auch mit Steinmehlen oder Zement gemischt werden. Es handelt sich um Polyresin-, Polyester- oder Polystone- Gefässe. Sie sind in verschiedenen Farben erhältlich. Ein Nachteil ist, dass sie nach einigen Jahren beginnen, spröde zu werden, was bei grosser Belastung zu Rissen führen kann. Auch die Farbverbleichung, die bei allen Kunststoffen durch das UV-Licht bedingt ist, gilt als Nachteil. Die Eternittröge haben sich bewährt und kommen heute in neuen Farben und Formen daher. Die erweiterte Modellpalette lässt hier gute Gestaltungsmöglichkeiten zu.

 

Die Gestaltung

Neben den Ansprüchen wie «Privatsphäre durch Sichtschutz» sollten die Gestaltung der Terrasse und die Platzierung der Elemente gut durchdacht sein. Meist steht die Platzierung des Esstisches im Vordergrund, und ein Platz für Liegestühle muss auch her. Auch der Grill soll noch seine Nische finden. Daneben sollten die Pflanzen ästhetische und praktische Ansprüche erfüllen. Die eine Seite ist der Sichtschutz, die andere die Aussicht. Oft bietet sich von der Terrasse eine tolle Aussicht, die man nicht verlieren will, aber trotzdem will man sich den Raum verschönern. Also bleiben zwei Möglichkeiten: zum einen kleine Gefässe, die mit saisonalen Blumen bepflanzt werden, zum anderen das Anheben des Grüns, beispielsweise mit Hochstammbäumen. Beim Sitzen oder Stehen sieht man so in die Weite, denn das grüne Blätterdach befindet sich oberhalb – und spendet gleichzeitig Schatten. Ein weiterer spannender Ansatz ist es, die Terrasse in verschiedene Räume zu unterteilen. Was in der Gartengestaltung als selbstverständlich gilt, ist auch für die Terrasse nicht falsch. Es ist nicht ratsam, wenn man in einem Garten mit einem Blick alles erfassen kann. Der Garten sollte unterteilt sein in verschiedene Räume, wo sich immer wieder neue spannende Blickwinkel öffnen und neue Perspektiven für das Auge aufgehen. Wenn dieses Prinzip auch auf der Terrasse umgesetzt werden kann, ergeben sich tolle Resultate. Den Esstisch elegant mit Grün abschirmen, einen Bereich für den Apéro mit einer gediegenen Lounge schaffen, und im diskret abgetrennten Teil stehen dann die Sonnenliegen, die kein Gast zu sehen braucht. Das alles geschickt zuplanen, ist das Handwerk guter Terrassengestalter.