Blühende Attraktion im winterlichen Garten

Die sogenannte Zaubernuss blüht mitten im Winter und gilt damit sozusagen als Vorbote für die bevorstehende Gartensaison. Doch was hat es mit dieser aussergewöhnlichen Pflanze eigentlich genau auf sich?

Ein neues Gartenjahr beginnt – trotz Eis und Schnee. Und schon Ende dieses Monats erwacht die Natur aus ihrem Winterschlaf, mit ersten Schneeglöckchen und Krokussen. Zuvor gibt es aber schon ein Zauber der besonderen Art in manch einem Garten zu bestaunen: eine Pflanze, die mitten im Winter ihre feinen, zerbrechlich wirkenden Blüten öffnet und über mehrere Wochen präsentiert. Der erste Teil ihres deutschen Namens drückt dieses Wunder aus: Zaubernuss. Und es verwundert nicht, dass die Zaubernuss auch als «Königin der Winterblüher» bezeichnet wird.

Der zweite Teil des deutschen Namens «Nuss» kommt von der Frucht, die ähnlich eines Haselnussbaumes ist. Unabhängig von der Aussentemperatur (sie übersteht an geschützten Plätzen Minustemperaturen von bis zu 25 Grad) entfaltet sie im Winterhalbjahr hübsche duftende Blüten. Jetzt im Spätwinter sind sie am schönsten. Die Pflanze ist denn auch in vielen Gärten und Terrassen anzutreffen.
Die Zaubernuss-Gewächse sind eine alte bereits Ende der Kreidezeit anzutreffende Familie. Nach dem Aussterben der Dinosaurier waren sie noch im Tertiär auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Im Verlauf der Eiszeit starben sie allerdings in Europa aus. Die heute noch lebenden rund sechs Zaubernuss- Arten kommen aus Nordamerika oder Ostasien (Japan, China). Schon bei den Indianern war die Zaubernuss als Heilpflanze bekannt, aus den Blättern wurden Arzneimittel und Salben hergestellt.

Die Zaubernuss wird auch «Königin der Winterblüher» genannt.Die Zaubernuss wird auch «Königin der Winterblüher» genannt.Im Jahr 1735 gelangte Hamamelis (lateinischer Name) erstmals nach Europa und wird seither in der Kosmetik und in der Arznei angewandt. Das von der Pflanze gewonnene Hamamelis-Tannin fördert die Elastizität der Adern und wirkt auch bei Krampfadern, Durchblutungsstörungen, Magenschleimhaut, Durchfall usw.

Für den Garten waren die asiatischen Arten von Anfang an interessanter, weil sie grössere Blüten tragen und länger blühen. Sie öffnen ihre Knospen bereits Ende Dezember/Anfang Januar und verblühen oft erst im März. Durch intensive Züchtungen entstanden wunderschöne Sorten, die in den Farbtönen von gelb, locker bis leuchtend rot blühen. Anfang September, sobald es kühler wird, faszinieren sie mit leuchtender, goldgelber bis karminroter Herbstfärbung. Die meisten von ihnen zählen zur Gruppe der Hybrid-Zaubernüsse (Hamamelis x intermedia), es sind Kreuzungen der japanischen mit der chinesischen Art. Hamamelis sind sommergrüne (laubabwerfende) Sträucher. Die Blätter gleichen dem Haselnussblatt, ist aber nicht mit der Haselnuss-Pflanze verwandt. Der Wuchs ist aufrecht, ausladend und eher offen (vasenförmig). Er kann, je nach Sorte, eine Endhöhe von 2,5 bis 4 Meter erreichen. Diese Höhe wird aber wegen des langsamen Wachstums erst in vielen Jahren erreicht.

Die spinnenähnlichen, duftenden Blüten erscheinen, je nach Witterung und Standort, bereits im Januar an den kahlen Zweigen. Bei starkem Frost rollen sich die Blütenblätter einzeln ein und können dadurch auch tiefe Temperaturen unbeschadet überstehen. Wenn die Minusgrade vorbei sind, rollen sich die Blütenblätter wieder aus. Ein sonniger Standort oder lichter Schatten ist unbedingt erforderlich. Steht die Pflanze zu dunkel, dämpft dies schon die Wuchsund Blühfreudigkeit erheblich. Der Boden sollte frisch bis feucht, humos und eher nährstoffreich sein.

Trockenheit liebt die Zaubernuss gar nicht, das wirkt sich schnell auf das Wachstum und Aussehen aus. Die beste Pflanzzeit für die Zaubernuss ist der Frühling. Verwendung findet die Zaubernuss als Solitärstrauch, vorzugsweise an einem Platz, wo er im Winter gesehen werden kann, z.B. beim Hauseingang, vor dem Fenster, Sitzplatz usw. Gelbblühende Sorten vor einem dunklen Hintergrund gepflanzt, verstärken den Effekt. Voll zur Geltung kommt die Hamamelis- Blüte auch bei einer Schneedecke. Die Zaubernuss ist eher ein anspruchsloser Strauch, er ist dankbar für eine Volldüngung im Frühling. Steht die Pflanze im Topf, empfehlen wir einen Dünger für Kübelpflanzen. Ein Schnitt ist nicht nötig, im Gegenteil, durch einen Schnitt verliert dieser Winterblüher seinen typischen Wuchs. Zu den schönsten Sorten gelten die Sorten «Arnold Promise» , die in einem strahlenden Gelb erscheint. Unter den rotblühenden Sorten gehört «Ruby Glow», zu den Favoriten und bemerkenswert ist die Sorte «Jelena», die mit kupferfarbigen Blüten erscheint. Die oben erwähnten Zaubernuss- Sorten sowie weitere Winterblüher sind im Gartencenter Hoffmann ab sofort erhältlich.