Der Garten liegt nicht im Winterschlaf

Eben hat der Winter begonnen. Viele Gartenfreunde, Pflanzen- und Blumenliebhaber denken bereits an den Frühling. Abgesehen von der kalendarischen Zeit könnte man wirklich in der Annahme schweben, der Frühling stehe vor der Tür. Der Schein trügt. Bestimmt werden auch die Niederungen noch vom Winter erfasst – und die Natur wird dankbar sein.

Eine einsame Christrose nutzt die erste Lücke im schmelzenden Schnee.Eine einsame Christrose nutzt die erste Lücke im schmelzenden Schnee.

Was ist denn jetzt im Garten zu tun?

Benützen wir doch die schneefreien Tage, Versäumtes und Zurückgestelltes an die Hand zu nehmen. Stauden (perennierende krautige Pflanzen, deren überwinternde Teile sich im und knapp über dem Boden befinden) werden zurückgeschnitten. Dazu zählen auch Gräser und Farne. Hecken, Formgehölze wie Buchs, Eiben und dergleichen, die ihr jährliches Styling, sprich Formschnitt, verpasst haben, können jetzt noch geschnitten werden. Sie schonen diese Pflanzen, wenn Sie die Arbeit nicht gerade an einem Tag mit Dauerfrost und nur mit geschärftem Werkzeug ausführen.
Die schneefreie und nicht zu kalte Winterzeit ist auch günstig für den generellen Schnitt von Bäumen und Sträuchern. Sie können diese jetzt ideal auslichten, einkürzen und verjüngen. Nehmen Sie sich die Zeit, frei stehende Pflanzen (also nicht Hecken) möglichst von Hand mit einer Baumschere und nicht mit der Heckenschere zu behandeln. Die Gewächse und vor allem die Betrachter werden dankbar sein. Holzabfälle können Sie der örtlichen Grünabfuhr mitgeben. Krautiges Schnittgut, auch Laub, eignet sich gut zum Kompostieren. In diesem Zusammenhang noch ein Tipp: Unter dem Schnittgut befinden sich vielleicht Zweige von Forsythien, Kirschen, Zierkirschen, -pflaumen, Kornelkirschen, Weissdorn, Weiden oder Hasel. Sortieren Sie diese aus und machen Sie sich daraus eine besondere Freude. Arrangiert in einer geeigneten Vase werden sich die kahlen Zweige an der Zimmerwärme in ein Blütenspektakel verwandeln. Äusserst attraktiv wirken auch grössere Strauchtriebe, Äste und Stammteile in Bodenvasen.
Streifen wir noch kurz das Thema Rasen. Gönnen Sie ihm einen Kontrollblick. Vielleicht liegen noch Blätter von Bäumen und Sträuchern. Diese rauben dem Grün das zu dieser Jahreszeit spärliche Licht und sollten entfernt werden. Ein Rundgang führt uns ganz klar vor Augen: Der Garten, die Terrasse und der Balkon bergen auch im Winter Überraschungen. Eine Blüte, einsam irgendwo im kalten Winterboden, nutzt die ersten Sonnenstrahlen und erwärmt unser Herz ganz besonders. Je nach Lage und Tagestemperatur treffen wir jetzt blühende Gehölze an, so zum Beispiel der gelbe Winterjasmin, die Schneeheide (Erica), den duftenden Winterschneeball (Viburnum bodnantense), die äusserst attraktive Winterblüte (Chimonanthus praecox) und die zierliche weisse Schneekirsche (Prunus subhirtella). Möchten Sie Ihren Garten mit diesen Frühblühern bereichern, können Sie sich im Gartencenter kompetent über geeignete Arten beraten lassen. Bereits zwängen sich auch schon die ersten Zwiebelgewächse an die Oberfläche. Daran sollen sie auch die letzten Schneereste oder gar wenig Neuschnee nicht hindern. Wir denken da ganz besonders an das Schneeglöckchen und wenig später auch an die gelben Winterlinge oder die ersten Krokus.
Zum Schluss, aber dafür umso deutlicher, sei noch die gute alte Christrose oder Schneerose erwähnt. Die Namen verraten bereits viel. Schneerose weist unmissverständlich auf die frühe Blütezeit hin. Die verbreitete Tradition, die Blüten in der Adventszeit als willkommene Dekoration zu verwenden, verleiht ihr den treffenden Namen «Christrose ». Seit Jahrhunderten ist sie bekannt und gedeiht ausgezeichnet in unseren Gartenböden. Eine nicht zu heisse und halbschattige Lage in kalkhaltigem Boden bietet ihr ideale Lebensbedingungen. Daher fühlt sie sich im Schatten unter Bäumen und Sträuchern besonders wohl. Sie kann auch gut mit anderen Stauden wie Gräsern, Farnen, Primeln kombiniert werden. Ihre strahlend weissen Blüten erfreuen nicht nur uns, sondern auch die Bienen bis in den April hinein. Die Pflanzen werden in Töpfen ab Dezember blühend oder knospig in verschiedenen Grössen im Gartencenter angeboten. Holen Sie sich diese Besonderheiten. Sie können sie im Garten auspflanzen. Sie eignen sich aber auch hervorragend für Kisten, Töpfe, spezielle Dekorationen oder auch einzeln im Topf zum Beispiel auf dem Fenstersims.