Pünktlich ist er eingetroffen

Der Frühling mit seinen angenehmen Begleitern wie Sonne, Wärme, Düfte hat sich genau an die Agenda der Jahreszeiten gehalten.

Vor lauter Sonne und Wärme dürfen wir aber nicht vergessen, dass die Böden und vor allem auch die Töpfe und Tröge zurzeit sehr trocken sind. Berücksichtigen Sie beim Giessen in erster Linie die immergrünen Gewächse.
Die rauen und kalten Wintermonate sind vergessen. Einige Spuren haben sie aber doch hinterlassen. Je nach Ort und Lage machen sich nun Frostschäden bemerkbar. Allen voran sind es die immergrünen Gehölze wie Kirschlorbeer, Ölweide, Glanzmispel (Red Robin), diverse Sorten von Berberitzen, welche mit ihren braunen Blättern an die extrem kalten Tage und Nächte erinnern. Selbst Bodendecker wie Cotoneaster und Lonicera deuten an, dass ihnen die vergangene Jahreszeit zugesetzt hat. In den meisten Fällen sind die Pflanzen, abgesehen vom äusseren Blattkleid, unversehrt geblieben. Der harte Frost hat wohl die Blätter oder Teile davon, nicht aber die Triebe und Knospen beschädigt. Die Knospen werden nun austreiben und in dieser Wachstumsphase die erfrorenen Blätter abstossen. Warten Sie also diese Phase ab.
Gelbe Magnolie, eine Seltenheit, die es zu bewundern gilt.Gelbe Magnolie, eine Seltenheit, die es zu bewundern gilt.Die Rosen haben den Winter relativ gut überstanden. Einige Sorten, allen voran viele Bodendecker und Kleinstrauchrosen, verraten ihre Kälteempfindlichkeit. Diese sind vielerorts bis auf die Höhe der Schneedecke zurückgefroren. Das ist weiter nicht tragisch. Schneiden Sie die dürren Triebe einfach bis auf die intakten Augen zurück, auch wenn sie fast auf Bodenniveau liegen. Rosenbäumchen sind da etwas benachteiligt. Ihre Veredlungsstelle liegt über dem Erdniveau (Knorpel am Ende des Stammes) und somit ausserhalb von schützender Erde und Schnee. Empfindliche Sorten (ohne zusätzlichen Kälteschutz) könnten also den Winter nicht überstanden haben. Kritisch wird es auch für «exotische » Gewächse wie Palmen, Oleander, Araukarie, Rosmarin usw. Teilweise lassen sich die Schäden jetzt schon beurteilen. In vielen Fällen (hauptsächlich bei den Palmen) empfehle ich abzuwarten. Freuen wir uns nun an den bunten Frühlingstagen. Die Frühblüher unter den Gehölzen wie Forsythie, Magnolien, Zierkirschen und -pflaumen aller Art, Spiere, Ginster, Zierjohannis, Feuerbusch haben nun das Zepter in die Hand genommen. Dazu gehören auch die frühen Sorten von Rhododendron und Pieris (Moorbeetpflanzen). Sobald diese abgeblüht sind, kommt der ideale Moment für den Rück- und Verjüngungsschnitt. Bei Sträuchern schneiden Sie alte, mehrjährige Triebe wenn möglich bodeneben aus. Es wachsen von Grund auf neue und erfreuen Sie ab dem zweiten Jahr mit einer reichen Blütenfülle.
Noch ein Wort zu den Rosen. Sie befinden sich jetzt voll im Wachstum und Blütenaufbau. Wenn die neuen Sprosse länger als 3 bis 5 cm sind, sollten sie nicht mehr oder nur noch sorgfältig auf die letzten Austriebe zurückgeschnitten werden. Alte verzweigte und stark verholzte Triebe können Sie bis auf den Boden zurückschneiden. Das gilt auch für Rank- und Strauchrosen. Verwöhnen Sie Ihre Lieblinge mit einem spezifischen Rosendünger, welchen Sie einfach auf die Beete ausstreuen. Ein leichtes Einhacken beschleunigt die Wirkung. Viele Rosensorten sind mehr oder weniger krankheits- und schädlingsanfällig. Spritzen Sie die neuen Blätter, wenn die Triebe eine Länge von ca. 10 cm erreicht haben, mit einem geeigneten Präparat. Zur Schonung unserer Umwelt sind die Mittel gegen tierische Schädlinge und Pilzkrankheiten in separaten Packungen erhältlich. Sie sind untereinander auch mischbar. Die Insektizide sind vor allem im Frühjahr (Blattlausbefall) notwendig. Später können Sie diese weglassen und nur noch die Fungizide in regelmässigen Abständen von ca. 14 Tagen anwenden. Denken Sie daran, dass jeweils auch die Stängel sowie die ganze Bodenfläche benetzt werden. Dabei sind alte, pilzbefallene Blätter aufzunehmen und mit dem Kehrichtabfall zu entsorgen. Düngung und Schädlingsbekämpfung, sei es die Anwendung an und für sich oder die vielen angepriesenen Mittel, sind sehr komplexe Themen. Packen Sie die Gelegenheit und lassen Sie sich im Gartencenter fachkundig beraten.
Möchten Sie Ihren Garten, Terrasse etc. verschönern, erweitern oder umgestalten? Es ist nie einfacher wie gerade jetzt. Die Fachgeschäfte wie Gärtnereien und Gartencenter sind vollgepackt mit allem, was sich ein Gartenliebhaber vorstellen oder eben nicht vorstellen kann. Tauchen Sie in die wahren Oasen und lassen Sie sich inspirieren. Es wird Ihnen leicht fallen, die vielen Ideen und Wünsche in die Praxis umzusetzen.
In erster Linie gilt es nun, den Garten zu geniessen. Nutzen Sie die kurze Frühlingszeit und entdecken Sie jeden Tag etwas Neues. Das Wiedererwachen der Vegetation, die Kraft aus dem Boden, die Düfte und Farben wecken auch in uns neue Energien.