Christrosen trotzen dem Frost

Die weissen Blüten in der kargen Jahreszeit erheischen mehr Aufmerksamkeit als manch üppig blühende Sommerrabatte. Sie sollen als Symbol der Hoffnung gelten und stimmen uns auch auf die Weihnachtszeit ein.

Das trockene und milde Wetter hat uns ermutigt, all die ausstehenden Herbstarbeiten im Garten mit Elan und Freude an die Hand zu nehmen. Viele haben das ideale Hochdruckwetter vielleicht eher dazu genutzt, vor dem Nebel zu fliehen und den herrlichen Sonnenschein mit angenehmen Temperaturen und überwältigender Fernsicht in der Höhe zu geniessen. Noch ist es Zeit und ideal, vorwinterliche Arbeiten im Garten zu erledigen. Liegt noch Laub auf Wegen, Plätzen, Rasen- und Kiesflächen, wird dieses aufgenommen. Teiche, Biotope sollten vom Laub und abgestorbenen oder welken Pflanzenteilen befreit werden. Diese entziehen dem Wasser Sauerstoff und fördern zudem im Frühjahr das Algenwachstum.

Die Christrose mit ihrem goldenen Auge.Die Christrose mit ihrem goldenen Auge.Bevor die gefallenen Blätter einfach über die Grüngutabfuhr entsorgt werden, lohnt sich die Überlegung zur sinnvollen Verwertung. Sie können gute Dienste als Winterschutz für empfindliche Pflanzen und Bodenlebewesen leisten. So erhalten Gartenfuchsien, bestimmte Gräser, Rosen und viele andere mit einer dicken Laubschicht (anhäufeln) eine willkommene zusätzliche Winterisolation. Gehölzrabatten mit verschiedenen Blütensträuchern, Hecken und Rosen können mit einer Laubschicht versehen werden. Vielleicht liegt noch reifer Kompost vorrätig. Dieser wird mit der Laubschicht vermischt. Das beschleunigt und ergänzt im Frühjahr die Humusbildung und dient gleichzeitig als Mulchschicht. Dadurch wird der Boden bereichert und der üppige Unkrautwuchs zu Beginn der Vegetationszeit gehemmt. In diesem Zusammenhang noch ein Wort zur Düngung. Den meisten Pflanzen, mit Ausnahme von Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Azaleen und anderen kalkfliehenden Gewächsen können Sie jetzt eine Stickstoffdüngung in Form von Hornspänen verabreichen. Diese werden über die Wintermonate im Boden aufgelöst und stehen den Pflanzen im Frühjahr zur Verfügung. Zusätzlich wird dadurch, bei genügend Bodenfeuchtigkeit, die Aktivität der Bodenlebewesen begünstigt und beschleunigt. Das wiederum hilft den Wurzeln, die aufbereiteten Nährstoffe besser aufzunehmen. Über das Wie, Wann und Wo betreffend der Düngung lassen Sie sich jederzeit kompetent im Gartencenter beraten.

Rosen sollten jetzt eigentlich für den Winter vorbereitet und auf eine Trieblänge von 40, 50 cm zurückgeschnitten sein. Dort wo die langen Triebe nicht stören oder noch blühen, können sie über den Winter auch stehen bleiben. Der Hauptschnitt erfolgt erst im Frühjahr bis zum Austrieb. Gehölze, welche durch Schneedruck beschädigt oder verformt werden könnten, schützen wir jetzt noch vorbeugend. Ich denke dabei hauptsächlich an säulenförmige Nadelhölzer wie Thuja, Zypressen, Scheinzypressen oder verschiedene Bambusarten. Binden Sie die Pflanzen ein, indem Sie mit einer Schnur oder Band von unten her rundum nach oben fahren. Höhere Ziergrassorten, welche noch nicht abgeschnitten worden sind, können auf die gleiche Art bearbeitet werden. Diese schneiden Sie im Frühjahr vor dem Wiederaustrieb bodeneben ab.

Noch verbleibt Zeit, Bäume, Sträucher, Hecken, Rosen neu aus- oder umzupflanzen. Bedingung dazu ist vor allem, dass der Boden noch nicht zugefroren ist. Achten Sie streng darauf, dass nackte Wurzeln nicht der kalten Luft ausgesetzt werden. Verfeinern und verbessern Sie den unmittelbaren Wurzelbereich mit Einheitserde aus Säcken und geben Sie auch hier Hornspäne bei. Für diesen ganzen Bereich holen Sie sich hilfreiche Ratschläge im Gartencenter. So wird gärtnern auch in dieser Jahreszeit zum wahren Vergnügen.

Bei der Frage über Blumen in der kalten Jahreszeit stossen wir auf die Christrose, auch Nieswurz genannt. Davon existieren viele Hybriden und Sorten mit einem Farbenspektrum von Grün über Rot bis zu den bekanntesten in Weiss mit dem goldenen Auge. Letztere wird reich blühend ab November in verschiedenen Grössen im Gartencenter angeboten. Daraus lassen sich nicht nur Gärten, Terrassen, Balkone und Fensterbänke schmücken. Sie eignen sich auch sehr gut für Dekorationen in der Weihnachtszeit oder zum Verschenken. Später ausgepflanzt im Garten an einem nicht zu sonnigen Standort erfreuen uns die Christrosen mit ihrem immergrünen Blattkleid und der alljährlichen fröhlichen Blütenpracht.