Der Duft der Provence

Der Sommer gilt als Hochsaison des Lavendels. Das Wunderkraut, das diverse Beschwerden lindern soll, blüht in dieser Jahreszeit am besten.

Eine Lavendelplantage.Eine Lavendelplantage.

Lavendula angustifolia ist lateinisch. Dabei handelt es sich um einen Alleskönner. Lavendel, intensiv in der Färbung Blau und noch intensiver im Duft. Dem Kraut werden viele Wirkungen zugesprochen - anregend, antirheumatisch, antidepressiv, beruhigend, durchblutungsfördernd, krampflösend, insektizid, nervenstärkend, schmerzlindernd, schweisstreibend und zellerneuernd. Er ist also ein ganz charmanter Alleskönner. Das Lavendelöl mit seinen ätherischen Inhaltsstoffen ist rundum beliebt und begehrt.

In Südfrankreich und im Norden Italiens, auch in anderen Ländern wie Spanien, Marokko, Bulgarien und Ungarn gedeiht der Lavendel. Sogar in Australien, Russland und Amerika finden wir plantagenartige Anbaugebiete des wertvollen Krautes. Was sicher ist, der Lavendel ist die Seele der Provence. Dort wird er wegen der Parfüm-Industrie bereits seit Jahrhunderten angebaut und bringt den Menschen Auskommen und Wohlstand.

 

Grundsätzlich wird Lavendel im Sommer, zur Zeit seiner schönsten Blüte, geerntet. Vor allem an Sonnentagen und um die Mittagszeit ist der Anteil der wirksamen Inhaltsstoffe am höchsten. Man schneidet die Blüten mitsamt dem Stängel und streift erst später, je nach Weiterverwendung, die Einzelblüten von der Rispe ab. Die Art der Trocknung entscheidet massgebend über den Verbleib des wunderbaren Duftes. Sie sollten an einem trockenen, luftigen und eher kühlen Ort, wie beispielsweise einem belüfteten Keller, erfolgen. Der Lavendel wird gebündelt, über Kopf aufgehängt oder die abgestreiften Blüten auf einer trockenen Unterlage ausgebreitet und getrocknet. Damit der Lavendel die intensive Färbung behält, muss er an einem dunklen Ort getrocknet werden.

 

Eigentlich seltsam, dass man den Duft von Lavendel automatisch mit Blumentapeten und englischen Ladys verbindet. Wahrscheinlich liegt es daran, dass seinem Geruch so etwas altmodisch Aufgeräumtes innewohnt. Frische Wäsche wäre auch noch so eine Assoziation. Nun ja, es sind keinesfalls nur distinguierte, ältere Damen, die auf die Kraft des Lavendels vertrauen - nicht nur als Duftsäckchen im Kleiderschrank. Für vieles ist der Lavendel gut, sei es ein Honig mit Lavendelduft oder ein Lavendelsalz. 

 

Lavendelsalz selber gemacht:   

Zutaten: 1 Tasse frische oder getrocknete Lavendelblüten, 3 Tassen grobkörniges Meersalz 

Zubereitung: Lavendelblüten mit dem Salz vermischen und in ein Glas füllen. Mindestens eine Woche kühl und dunkel lagern. Dann das Lavendelsalz durchsieben und den Lavendel entfernen. Das Salz in einem geschlossenen Glas dunkel aufbewahren, am besten sogar im Kühlschrank. Noch intensiver wird das Salz, wenn Sie es vor dem Gebrauch im Hacker zerkleinern. 

 

Der Name Lavendel entstammt dem lateinischen Verb „lavare“, was „waschen“ bedeutet. Da wundert es nicht, dass ein Grossteil der jährlichen Ernte zur Herstellung von herrlich duftenden Seifen und anderen Kosmetika genutzt wird. Der Sommer ist eindeutig die Zeit des Lavendels.