Auch Pflanzen sind Lebewesen

Egal ob Menschen, Tiere oder Pflanzen: Unsere Umgebung und Natur steckt voller Leben. Oft nehmen wir aber dieses Leben um uns herum nicht wahr, weil wir gerade mit etwas beschäftigt sind oder uns nicht dafür interessieren. Dabei lohnt es sich, die Augen offen zu halten, wie ein Beispiel aus dem Alltag zeigt.

Igel sind an für sich sehr scheue Tiere und zeigen sich dann, wenn sie krank oder verletzt sind.Igel sind an für sich sehr scheue Tiere und zeigen sich dann, wenn sie krank oder verletzt sind.Kürzlich an einem Sonntag, als ich auf dem Weg ins Geschäft war, sah ich am Strassenrand etwas Stacheliges liegen. Beim Vorbeifahren konnte ich gut feststellen, dass es sich um einen Igel handeln musste. Daraufhin habe ich kurzerhand gewendet, um dem Tier zu helfen. Schliesslich konnte ich es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, einfach weiterzufahren, als hätte ich nichts gesehen.
Das Manöver war nicht einfach, denn die Strasse ist gut befahren. Nun, egal, dachte ich, da muss ich helfen. Das arme Tier lag am Strassenrand und konnte sich sichtlich nicht auf das Trottoir retten. Bloss: Wieso zog sich der Igel nicht zusammen, als ich versuchte, ihn mit Hilfe eines Kartons in die Höhe zu nehmen? Irgendwas stimmte also nicht. Daraufhin beschloss ich, kurzerhand meine Tierärztin anzurufen. Sie ist immer da, wenn man sie braucht.

Bei der Tierärztin hat sich herausgestellt, dass das kleine stachlige Ding ein gebrochenes Bein hatte. Deshalb konnte es sich auch nicht mehr in Sicherheit bringen. Und bekanntlich kommt ja ein Unglück selten allein. Das gebrochene Bein war nämlich nicht das einzige Leiden, welches der kleine Igel hatte. Auch der Kiefer war gebrochen. Deshalb mussten wir schweren Herzens alle einsehen, dass es das Beste ist, den kleinen Kerl von seinen grossen Schmerzen zu erlösen. Ein trauriger Sonntagmorgen!

Umgebung besser wahrnehmen

Doch auch im Nachhinein bin ich sehr froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Wir sind doch schlussendlich verpflichtet, wahrzunehmen, wenn es einem Lebewesen schlecht geht, und ihm zu helfen. In unserer stressigen, vom Beruf gehetzten Zeit gehen solche inneren Einstellungen leider verloren. Dabei ist es ja nicht wichtig, möglichst viel auf dem Sparkonto zu haben, sondern sich gut zu fühlen und mit offenen Augen durchs Leben zu gehen, Dinge wahrzunehmen und Freude daran zu haben. Die Igelrettung war traurig, doch ich fühlte mich gut, weil ich ein verletztes Lebewesen wahrgenommen hatte, an dem zuvor bestimmt viele Autos vorbeigefahren waren. Ob diese sich für das liebenswürdige Tier nicht interessiert haben oder sie vielleicht in ihrer Wahrnehmung nicht offen waren für diese Situation, ist im Nachhinein eigentlich egal. Ich konnte helfen, und so war das schlussendlich gut.

Vielleicht unterschätzt man Situationen und merkt gar nicht, wie die Fakten sind. Der Respekt sollte bei allen Arten von Lebewesen da sein, ob Tiere, Menschen, unsere Erde, und die darauf wachsenden Pflanzen. Viele von Ihnen werden Pflanzen als Lebewesen zuhause haben, und die wenigsten sind sich wohl bewusst, dass diese auch leben, mitwachsen, auch älter werden, genauso wie wir alle.

Veränderungen im Lauf des Lebens

Alles, was lebt, macht im Laufe der Zeit Veränderungen durch. Bei uns ist es das zunehmende Alter. Mit 50 werden wir auch keine Babyhaut mehr haben. Und so können sich auch die mit uns lebenden Pflanzen verändern. Das geschieht teilweise zum Positiven – sprich: sie werden grösser, mächtiger und spenden uns immer mehr Schatten im Sommer, oder sie weisen mit dem Alter eine andere Blattform auf. Die Blätter können mit zunehmendem Alter auch karger werden. Und das ist der negative Aspekt der Veränderungen. Genauso wie wir machen alle Lebewesen einen Alterungsprozess durch.

Veränderungen können jedoch immer eine Chance für etwas Neues sein. Und sind wir doch ehrlich: Wer will schon sein ganzes Leben lang immer gleich sein? Wenn ich an das Asiatische Ikebana denke, übersetzt «Lebende Blüten», so wird mir bewusst, dass sich der Mensch immer weiter von Mutter Natur entfernt. Mit der Blumenkunst Ikebana will der Gestalter eigentlich einen Bezug zur Natur darstellen.

Mit Pflanzen richtig umgehen

In unserer Kultur fallen bald sehr wichtige Arbeiten an bezüglich Pflege und Vorsorge, welche unsere pflanzlichen Mitbewohner benötigen. Auch Pflanzen sind schliesslich Lebewesen und brauchen Nährstoffe. Oft wird der Zeitaufwand für Pflanzen unterschätzt. der Sommer ist vorbei, der Herbst hat begonnen. Und denke ich an den bevorstehenden Winter, so kommen mir einige Arbeiten in den Sinn, welche für Pflanzenbesitzer anfallen. Bleibt zu hoffen, dass diese sich der bevorstehenden Arbeiten bewusst sind.

Mit Sicherheit haben Sie sich auch erkundigt, was das Richtige ist für Ihre Pflanze zu hausen. Pflanzen, welche draussen stehen, muss man im Herbst oder Frühling zurückschneiden. Einige brauchen sogar ein Winterquartier, wieder andere möchten eine Winterhülle. Sie sehen, auch hier muss der nötige Respekt da sein. Sonst, bin ich mir sicher, werden Sie nicht lange Freude haben an Ihrem Mitbewohner.