Noch einmal die Farben geniessen

Der Herbst nähert sich langsam, aber sicher. Der Saisonwechsel hat auch Einfluss auf die Farben der Blumen und Pflanzen. Schon bald stehen andere Farben im Vordergund.

Orange-Rot-Pink-Bordeaux-Violett- Braun ist die Farbpalette, welche unaufhaltsam die nächste Jahreszeit prägt. Je mehr der Herbst die Überhand gewinnt, umso stärker wird die Farbpalette. Schauen wir Modezeitschriften an, sehen wir auch da die Trends in Bezug auf die Farbe. Und das kommt nicht von ungefähr. Mutter Natur beeinflusst uns doch mehr, als wir zugeben wollen.

Kartoffeln als Gestaltungselement: Das Knollengewächs lässt sich gut verarbeiten.Kartoffeln als Gestaltungselement: Das Knollengewächs lässt sich gut verarbeiten.Kurz vor der etwas düsteren Winterzeit lässt es die Natur noch mal so richtig krachen, und dies nicht nur auf die Farben bezogen, sondern auch auf die Vielfältigkeit an Formen. Formen von unzähligen Früchten, welche uns die Natur anbietet.

Im Winter weniger Farben

Auch die Blumen weisen starke Farben aus. Wenn wir diese Farben denjenigen des Frühlings gegenüberstellen, merken wir schnell, dass der Herbst uns nochmals richtig versorgen will mit dem gesamten Farbspektrum. Schliesslich ist über die karge Winterzeit nicht besonders viel los mit dem Farbthema. Also lassen wir die Farben nochmals wirken und erfreuen uns an der Buntheit des Herbstes. Kurz bevor sich die bunte Pracht aus den Beeten und Rabatten zurückzieht, hat sie ihren grossen Auftritt. In sinnlichen Farben und raffinierten Formen leuchtet die Dahlie und zündet ein grosses Blütenspektakel. Die Dahlie geizt nicht mit ihren Reizen. Üppig und unglaublich vielfältig bringt die südamerikanische Schönheit Farbe in den Herbst. Sie leuchtet im Garten, in Sträussen, Tischdekorationen und Gefässfüllungen. Die Korbblütlerin gibt es in so vielen verschiedenen Formen, dass es zehn offizielle Dahlien-Klassen gibt, um sie einzuordnen – von der einfachblühenden Sorte über die Halskragen- Dahlie bis zur Pompon-Dahlie. Wer so schön ist wie die Dahlie, hat viele Liebhaber. Vor allem in der früheren Zeit war diese Wunderblume sehr prominent. Johann Wolfgang von Goethe soll seiner Frau Christiane Dahliensamen geschickt haben. Auch grosse Maler, zum Beispiel der französische Impressionist Claude Monet, zog diese Blume in den Bann. Mit ihrer wunderbaren Farbpalette erleuchtet sie nochmals den Herbst in einem Farbenmeer. Viele von Ihnen werden jetzt denken: «Da war doch was mit der Familie Hoffmann?» Unsere Familie hat damals vor langer Zeit die Dahlien in die Schweiz eingeführt. So war es kein Zufall, das bei uns im Geschäft lange Zeit die berühmte Dahlienaussellung stattgefunden hatte, zu der Gross und Klein kommen mussten. Stunden um Stunden mussten die Hoffmanns Dahlien in Pakete verpacken und in die Welt schicken.

Die Dahlie ist mittlerweile nicht mehr weltberühmt und so für viele Betrachter nicht mehr aktuell. So schnell geht es und man gerät in Vergessenheit. Am Sprichwort «Schönheit verblüht schnell» ist auch hier etwas Wahres dran. Die Knollengewächse werden im Frühling in den Boden gepflanzt, damit uns im Herbst das Farbenmeer beeindrucken kann. Auch unzählige Früchte weisen wunderbare Farbpaletten auf. Das Leuchtende des Physalis alkenkengi – auf Deutsch kennen wir es unter dem Namen «Laternli» – bringt Schwung in den Herbst. Wenn wir gleich bei Orange sind, vergessen wir nicht die leuchtenden Curcumis-Kürbisse in den wandlungsfähigsten Formen. Auch Auberginen lassen sich wunderbar verarbeiten, sei es für eine Dekoration oder in Gestecken. Heute ist fast alles erlaubt, was gefällt. So erstaunt es nicht, dass wir sogar Kartoffeln in Gestaltungen antreffen. Kartoffeln sind übrigens wie die Dahlie ein Knollengewächs. Die wunderbare Patina der Kartoffel gibt der Gestaltung eine tolle Aussage.

Richtige Gestaltung

Schön ist es, wenn wir das Farbthema vorher genau definiert haben und uns nicht mit allen Farben herumschlagen. Gestalter halten sich oft in den Farbnachbarschaften auf. Das bedeutet, sie kombinieren verwandte Farben oder schaffen gewisse Farbbrücken, um zu der nächsten Farbe zu gelangen. So wird Ihrer Komposition betreffend Farbe nichts mehr im Wege stehen, Sie und die Betrachter in den Bann zu ziehen. Verarbeiten Sie nur Früchte, die im Innern nicht wässrig sind, wie zum Beispiel Kartoffeln, Kürbisse, Hagebutten, grüne Brombeeren, Laternli, Peperocini, Äpfel etc. Diese Früchte werden mit einem Spaltbambus aufgespiesst und so in die Gestaltung integriert. Denken Sie daran: Früchte geben Äthylen (Gas) ab, welches Blumen schneller zum Verblühen bringt. Seien Sie also vorsichtig mit der Kombination von Blumen. Diese werden Ihnen nicht so lange halten. Da der Fruchtkorb bzw. die Herbstfüllung ohnehin etwas länger hält, werden Sie, falls Blumen verarbeitet worden sind, nicht drum herumkommen, die Blüten mal auszuwechseln.

Geniessen Sie also nachmals die Farben in vollen Zügen und lassen Sie diese wirken. Viel Spass!